Casoual Games — Dotrace

Racetrack, das Rennspiel auf kariertem Papier

Ein Stift, ein Blatt kariertes Papier und eine Einschränkung: Deine Geschwindigkeit darf sich pro Zug nur um ein Kästchen ändern. Hier sind die Regeln — und wie du eine Kurve nimmst, ohne von der Strecke zu fliegen.

Aktualisiert im August 2026

Kurz gesagt. Racetrack ist ein Papier-und-Stift-Spiel für zwei Personen, gespielt auf kariertem Papier. Jeder zeichnet eine Strecke und bewegt dann ein Auto von einem Gitterpunkt zum nächsten. Dein Zug ist ein Vektor: Richtung und Geschwindigkeit des letzten Zuges bleiben erhalten, und du darfst sie um ein Kästchen waagerecht und ein Kästchen senkrecht anpassen. Wer von der Strecke abkommt, bleibt sofort stehen und verliert einen Zug. Das erste Auto über der Ziellinie gewinnt.

In diesem Spiel

Die Steuerung

Rund um den Punkt, zu dem dich dein Schwung tragen würde, erscheinen neun Punkte: Tippe den an, den du spielen willst. Richtung und Geschwindigkeit werden aus dem letzten Zug übernommen, und jeder Zug verschiebt sie nur um ein Kästchen. Zum Verschieben der Strecke wischen, zum Zoomen mit zwei Fingern auf- und zuziehen.

Online

Einem Rennen trittst du per Code oder über die öffentliche Liste bei, Zug um Zug oder gegen die Uhr, die Gegner als Geister eingeblendet oder als Blockaden, durch die du nicht hindurchkommst. Im Rennen gibt es kein Rückgängig.

Die Ursprünge sind nicht genau dokumentiert: Das Spiel kursierte auf kariertem Papier, lange bevor es jemand aufgeschrieben hat. Der Bezugspunkt ist Martin Gardners Kolumne Mathematical Games in Scientific American vom Januar 1973, die es unter dem Namen Racetrack beschreibt. Es ist auch als vector racing bekannt.

Was du brauchst

Kariertes Papier, einen Stift pro Person und zwei Minuten, um eine Strecke zu zeichnen. Zeichne eine geschlossene Schleife (jede Form geht, solange sie ein Innen und ein Außen hat) und markiere quer dazu eine Startlinie. Weite Kurven ergeben eine leichte Strecke, enge Haarnadelkurven eine schwere.

Jedes Auto startet aus dem Stand, auf einem Gitterpunkt der Startlinie.

Wie ein Zug funktioniert

Dein Auto hat eine Geschwindigkeit: die Zahl der Kästchen, die es im letzten Zug waagerecht und senkrecht zurückgelegt hat. Wenn du am Zug bist, darfst du jede dieser beiden Zahlen um höchstens eins verändern. Danach fährt das Auto entsprechend der neuen Geschwindigkeit, und du markierst den neuen Punkt.

vorherige Geschwindigkeit  (3, −1)   →  3 nach rechts, 1 nach oben
erlaubte Wahl              (2…4, −2…0)
du nimmst                  (4, 0)   →  das Auto fährt 4 nach rechts, 0 nach oben

Aus dem Stand bringt dich der erste Zug höchstens ein Kästchen weit, in jede Richtung, Diagonalen eingeschlossen. Danach steigt die Geschwindigkeit um ein Kästchen pro Zug. Ein Auto, das sechs Kästchen pro Zug fährt, braucht sechs Züge zum Anhalten und kann seine Linie in dieser Zeit nur um ein Kästchen pro Zug verschieben.

Von der Strecke abkommen

Kreuzt die gerade Verbindung zwischen deinem letzten Punkt und dem neuen den Rand der Strecke, hast du sie verlassen. Die übliche Strafe ist die milde: Das Auto kehrt zum letzten Punkt zurück, der noch auf der Strecke lag, seine Geschwindigkeit fällt auf null, und der Zug ist verloren. In manchen Gruppen scheidet man stattdessen ganz aus; das klärt man besser, bevor es losgeht.

Zwei Autos dürfen einen Zug nicht auf demselben Gitterpunkt beenden. Ansonsten ignorieren sie einander: Es gibt keine Berührung.

Was Dotrace daraus macht

Dotrace spielt die Papierregeln so, wie sie sind. In jedem Zug zeigt es die neun Punkte, die du anfahren darfst: die Geschwindigkeit des letzten Zuges, plus oder minus ein Kästchen auf jeder Achse. Du tippst einen davon an. Punkte, die dich von der Strecke tragen würden, sind als kleine Kreuze gezeichnet, so wird eine unmögliche Kurve sichtbar, bevor man sie anfährt.

Was sich ändert, ist die Zeichnung, nicht die Regeln: Die Strecken sind von Hand gemacht, mit geschwungenen Rändern statt einer Linie, die den Kästchen folgt. Ein Ausrutscher kostet, was er auf dem Papier kostet: Die Kugel bleibt, wo sie ist, die Geschwindigkeit fällt auf null, und der Zug zählt. Rückgängig nimmt den letzten Zug zurück, einen Ausrutscher eingeschlossen.

Jede Strecke hat ein Par, die Zahl der Züge, die eine saubere Runde brauchen sollte. Das macht aus dem Rennen zu zweit ein Rätsel für einen allein: die Runde unter Par zu fahren.

Was den Reiz ausmacht

Weil sich die Geschwindigkeit immer nur um ein Kästchen ändert, muss das Bremsen mehrere Züge vor der Kurve anfangen. Ein Anfänger beschleunigt auf der Geraden, kommt mit sieben Kästchen pro Zug an der Haarnadelkurve an und stellt fest, dass keiner der neun möglichen Züge das Auto auf der Strecke hält. Die Schwierigkeit liegt darin, die Geschwindigkeit für die Einfahrt vier Züge im Voraus zu wählen, mehr als darin, eine Richtung zu wählen.

Auch die Linie will abgewogen werden. Eine Kurve eng zu nehmen kostet Tempo beim Einlenken; außen herum bleibt das Tempo erhalten, aber der Weg wird länger. Was sich lohnt, hängt davon ab, was nach der Kurve kommt.

Ein einfacher Weg, besser zu werden

Entscheide vor jedem Zug, welche Geschwindigkeit du bei der nächsten Kurve haben willst, nicht in diesem Zug, und zähle dann rückwärts. Wenn du in drei Zügen auf zwei Kästchen pro Zug herunter sein musst, ist noch ein Zug Beschleunigung drin.

Häufige Fragen

Wer hat Racetrack erfunden?

Das weiß niemand genau. Das Spiel kursierte unter Studenten und Ingenieuren, bevor es aufgeschrieben wurde; die älteste vielfach zitierte Beschreibung stammt von Martin Gardner, in Scientific American, Januar 1973.

Kann man Racetrack allein spielen?

Ja, und dann wird ein Rätsel daraus: die Strecke in möglichst wenigen Zügen zu umrunden. Diese Form nutzt Dotrace, mit einem Par auf jeder Strecke.

Und wenn jeder mögliche Zug von der Strecke führt?

Das passiert, wenn man viel zu schnell ankommt und alle neun erreichbaren Punkte außerhalb der Strecke liegen. Auf dem Papier löst die Regel fürs Verlassen der Strecke das Problem: zurück zum letzten gültigen Punkt, Geschwindigkeit null, Zug verloren. Dotrace beendet den Lauf stattdessen an dieser Stelle und bietet Rückgängig oder einen Neustart an.

Was ist vector racing?

Dasselbe Spiel unter einem anderen Namen. Jeder Zug ist ein Vektor: die Geschwindigkeit des letzten Zuges, um höchstens ein Kästchen auf jeder Achse angepasst.

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